Was ist Kommunikationsdesign? 5. Teil
Samstag, 27. Dezember 2008Was bisher geschah: Die Komplexität des 21. Jahrhunderts braucht gemeinsames Arbeiten, parallel und über unterschiedliche Bereiche hinweg, dieses wiederum braucht eine gemeinsame Basis. Diese Basis zu schaffen ist Aufgabe eines Kommunikationsdesigners. Fragt sich nur: Wie!?
Die Designdisziplin Corporate Identity ist dafür nicht (mehr) geeignet, denn der Denkansatz dahinter ist keine Lösung für die (Kommunikations-) Probleme unserer Zeit, weil komplexes verkompliziert wird. Es gilt demnach auch hier neu zu denken. –
Die beste gemeinsame Basis miteinander zu arbeiten ist ein gemeinsames Denken und Handeln, das auf einen Sinn oder einen Zweck ausgerichtet sein muss. Dafür braucht man eine Idee! (gr. εἶδος (eidos) / ἰδέα (idea) = Vorstellung, Urbild, Muster)
Eine Idee ist weit mehr als nur ein origineller Einfall!
Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet eine Idee eine geistige Vorstellung, einen Gedanken, eine Lösung für ein Problem. Beziehungsweise einen Plan, nach dem man handeln kann, um ein Problem zu lösen.
Die im Design und im Marketing oft verwendeten Begriffe „Strategie“ und „Konzeption“ meinen im Grunde genau das Gleiche wie der Begriff: „Idee“!
Wer einen Blick in den Fremdwörter-Duden wirft, findet dort folgendes: Konzeption = … Klar umrissene Grundvorstellung, Entwurf, Leitprogramm; Strategie = … Plan des eigenen Vorgehens, der dazu dient, ein Ziel zu erreichen …
Philosophisch betrachtet geht von einer Idee darüber hinaus eine einigende und leitende Wirkung aus, die Aufmerksamkeit generiert und die Kraft hat sich auszudehnen!
Ein Paradigmenwechsel: Idee statt Identität!
Wenn man den Begriff „Identität“ durch „Idee“ ersetzt, ändert sich das Denken! Die Grenze zwischen Identität und Idee ist dann überschritten, wenn man nicht mehr sagt „Ich bin“, sondern „Ich stehe für“. Konkreter:
Eine Idee basiert auf der Motivation für seine Taten.
Identität auf Erinnerungen und Erfahrungen.
Wer ein bisschen darüber nachdenkt, merkt, das ist ein riesiger Unterschied! Mit dem was war kann ich vor allem Fehler vermeiden, aber nichts Neues entdecken. Der Blick zurück hilft zu reproduzieren, ist bestenfalls Ausgangspunkt, aber das ist weder kreativ noch innovativ. Und – vor allem – nicht besonders motivierend. –
Wer über die Motivation nachdenkt, denkt plötzlich nicht mehr kompliziert über das Wesen an und für sich, sondern nur noch über das Wesentliche nach und bekommt eine klare Antwort auf die wirklich wichtigen Fragen:
Warum sollen sich Menschen für unsere Leistung interessieren?
Und: Wofür stehen wir ( jeden Morgen auf )?
Eine einfache Antwort auf diese Fragen ist eine gemeinsame Idee (= corporate idea). Konsequent umgesetzt ist sie das Geheimnis funktionierender Kommunikation. Funktionierende Kommunikation ist die Grundlage für effiziente und effektive Zusammenarbeit und diese wiederum ist die Basis erfolgreicher Organisationen.–
Aufgabe eines Kommunikationsdesigners ist es ( … falls noch nicht vorhanden) diese Idee zu kreieren und sie mithilfe einer einfachen Botschaft nachvollziehbar und kommunizierbar zu machen oder ( … falls schon vorhanden) diese Idee/Botschaft bekannt zu machen. Dabei hilft es, sich von ihr leiten zu lassen – wie alle anderen auch, die gemeinsam an dieser Idee arbeiten. –
Halten wir für heute fest: Am Anfang gemeinsamen Tuns ist die Kreation einer gemeinsamen Idee. Alles beginnt demnach mit Kommunikationsdesign. –
Zu theoretisch? Beim nächsten Mal folgen ein paar praktische Beispiele.
Bis die Tage!
Ⓒ Richard Jung 2008





Peter Behrens 







