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Ist Design Kunst und wenn ja, was ist das?

In vielen Designfachbereichen (und darüber hinaus) existieren latente, aber dennoch spürbare Fronten: Auf der einen Seite stehen Künstler, auf der anderen Designer.

Mit der Formel „Kunst vs. Kommerz“ lässt sich dieser latente Konflikt auf den Punkt bringen.

Warum ist das so? Und warum ist Kunst heute trotzdem noch ein Bestandteil der Designausbildung?

Hier ein paar Gedanken …

Wir Deutschen haben heute das Glück in einer Gesellschaft zu leben, in der man nahezu alles besitzen darf und kaufen kann, wenn man die nötigen Mittel dazu hat. Auch Kunst.

Selbst wenn man weniger Mittel zur Verfügung hat, kann man sich heute – im Vergleich mit früheren Generationen – verhältnismäßig viel leisten.

Im Prinzip geht’s uns doch gut. Aber irgendwas daran scheint schlecht zu sein?

Die Angst vor dem Paradies auf Erden.

Seit der Homo Sapiens auf diesem Planeten lebt hat er es schwer. Jahrtausende hatte der Mensch eher viel zu wenig als zu viel des Guten.

Schlau wie er ist, verfolgte er seit Generationen die Strategie, sich einzureden, dass es besser ist, eher weniger als zu viel zu haben und macht/e sich dadurch das Leben (gefühlt) leichter.

Religionen, Mythen, Fabeln, Sagen tradieren die kollektive „Wahrheit“, dass Glück und Zufriedenheit weniger durch Materielles, sondern erst durch die Erfahrung von Mangel und Entbehrung zu erlangen sind.

Vielleicht ist deshalb Konsum oft auch (latent) mit Reue verbunden? Vielleicht ist Geiz deshalb geiler als Geldausgeben? Vielleicht ist Konsum deshalb (eher) negativ behaftetet? Und vielleicht stehen uns Krisen deshalb näher als Zeiten des Wohlstands? –

Kunst als Geschmacksverstärker.

Immer schon symbolisierte der Materialwert der Dinge, die einen Menschen umgaben, dessen gesellschaftlichen Rang.

Mit der industriellen Revolution änderten sich die gesellschaftlichen Strukturen und damit auch die Einstellung der Menschen zu ihren Dingen.

Das aufstrebende Erwerbsbürgertum, bestrebt sich einerseits vom wachsenden Proletariat und anderseits vom Standesdünkel abzugrenzen, entdeckte die persönliche Dingwelt zur Selbstdarstellung, zur Inszenierung ihrer Kaufkraft und des individuellen Geschmacks.

Um Kaufkraft und individuellen Geschmack zu zeigen, war (und ist) vor allem Kunst ein ausgezeichnetes Medium. –

Das Wahre, Schöne, Gute.

Hinzu kommt: Seit dem Beginn der Massenproduktion wird der Verlust des Individuellen beklagt. Industriell gefertigte Produkte, auch wenn erst dadurch der Besitz bestimmter Waren demokratisiert wurde, haftet das Stigma des artifiziellen und damit seelen- bzw. emotionslosen an.

Als eine Folge der Bemühungen der Hersteller dieser Stigmatisierung entgegen zu wirken entstanden neue Mythen, wie zum Beispiel der Verdacht der Manipulation, wenn der Mensch Waren begehrte, die weder der grundlegenden Bedürfnisbefriedigung, noch dem Wahren, Schönen, Guten dienten – was auch immer das sein mag.

Wie dem auch sei, die Entwicklung von Design und Kunst in der Moderne untrennbar miteinander verbunden.

Kunst ist Gunst.

Künstler lebten immer schon von Aufträgen der Reichen, Einflussreichen und Mächtigen, die mit – beauftragten und bezahlten – Kunstwerken ihren Reichtum und Ihre Macht darstellen wollten.

Im besten Fall waren Künstler abhängig von meist finanzkräftigen Gönnern. Oder neudeutsch: Sponsoren.

Mit dem Aufkommen der Massenfertigung wurden Auftragsarbeiten mehr und mehr von Designern, die damals als Gebrauchskünstler bezeichnet wurden, übernommen.

Design machte Kunst frei.

In der Folge wurde Kunst frei, denn nun wurde Kunst weniger für Auftraggeber produziert, sondern mehr und mehr Museen und Mäzene.

Diese Freiheit nutzen zahlreiche Künstler. Sie befreiten sich mehr und mehr von „Guten und Schönen“ und entdeckten die Provokation, auch gegen das Kapital, und stärkten so „das Image“ des Unkommerziellen der Künste.

Aber auch solche Aktionen kosten Geld und mussten irgendwie finanziert werden.

Mäzenatentum zeichnet sich eigentlich dadurch aus für den finanziellen Einsatz keinen Gegenleistung zu bekommen, das jedoch ist idealistisch. Wenn größere Summen für bestimmte Werke ausgegeben werden, wird auch die öffentliche Meinung beeinflusst.

Das heißt: Ob sie wollen oder nicht, Mäzene kaufen mit ihrem Geld auch Aufmerksamkeit. Und damit auch Wertsteigerung.

Auch Kunst braucht Kapital.

Kunst- und Aktienindizes verlaufen nahezu parallel. Im Augenblick ist Kunst preiswert, die Nachfrage ist im Vergleich zu 2008 eingebrochen. Die Finanzkrise ist auf dem Kunstmarkt angekommen.

Ohne Geld kein Kunstkonsum, denn die meisten Menschen entwickeln erst dann Sinn für Kunst, wenn deren Grundbedürfnisse befriedigt sind. Das bedeutet: Nur wer mehr Geld ausgegeben kann als zum Leben gebraucht wird, kann auch Geld für Kunst ausgeben.

Unikate sind -wie der Name sagt - einzigartig und deshalb teuer. Aus diesem Grund ist Kunstbesitz immer auch ein Zeichen von Wohlstand und damit ein Statussymbol.

Was für den einzelnen Mensch gilt, gilt auch für eine Gesellschaft: Je reicher, das heißt, je mehr Geld nach der Befriedigung der allgemeinen sozialen Grundbedürfnisse übrig bleibt, desto mehr kann für öffentliche Kunstkultur ausgegeben werden.

So gesehen, ist Kunst ein Gradmesser für den kollektiven Wohlstand und Museen waren und sind immer auch „Showrooms“ der Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft (…einer Ökonomie?). –

Die Vertriebswege der Kunst.

In einem Museum kann man die Ausstellungsstücke nicht berühren, nur anschauen. Das schafft Distanz, Unerreichbarkeit, den Anschein des Besonderen und Aufwertung. So wurde „Kunst“ noch freier vom Nimbus des Käuflichen.

Das in Folge attraktiver musealer Inszenierung und Präsentation geweckte Bedürfnis Kunst auch besitzen zu wollen und die damit verbundene Nachfrage musste auf anderen Wegen befriedigt werden.

Aus dem Jahrhunderte lang üblichen Atelierverkauf entstand der Kunsthändler, der wie alle anderen Geschäftsleute auf dem freien Warenmarkt auch,  vom Gewinn bringendem Verkauf lebte. Dabei nicht nur auf einen, sondern auf mehrere Künstler zu setzen, minimiert das Risiko auf der Ware sitzen zu bleiben.

Es entstanden Galerien, benannt nach einem in repräsentativen Gebäuden üblichen, langen, lichten Gebäudeteil, welches sich besonders zur Schaustellung von Gemälden eignete.

Auf bestimmte Märkte und Zielgruppen spezialisierte Kunstverkäufer, weniger kommerziell klingend Galeristen genannt, übernahmen gegen Gewinnbeteiligung das Marketing der Produkte ihrer Klienten.

Diese Spezialisierung ermöglichten eine bessere Bearbeitung des finanzkräftigen Marktes auf der eine Seite. Auf der anderen konnten Kunstschaffenden sich auf die Produktion konzentrieren. –

Für diejenigen, die sich keine Originale leisten können, wurden und werden industriell gefertigte Massenprodukte (= Kunstdrucke, Kunstbücher, Postkarten etc.) gegen Lizenzgebühr hergestellt und über andere, weniger exklusive Verkaufskanäle vertrieben.

Vergleichbar mit dem Verkauf von Markenlizenzen an Sonnenbrillen oder Parfum Hersteller. So gesehen könnte man den Museumsshop auch als eine Art „Supermarkt der Kunst“ bezeichnen!? –

Expertise durch Kapital.

Auch auf dem Kunstmarkt  regelt, wie auf dem freien Warenmarkt auch, die Nachfrage das Angebot und damit den Preis. Das bedeutet  je mehr Kunst kostet bzw. dafür bezahlt wird, desto anerkannter, hochwertiger, qualitativer ist auch die Kunst.

Konkreter: Teure Kunst ist besser und deshalb ein Premium-Produkt und deren Hersteller Richter, Hirst, Rauch & Co. sind vergleichbar mit Marken wie Louis Vuitton, Rolls Royce oder Rolex.

Auch die Tatsache das Kunst Anlage- und Spekulationsobjekte sind, beweist die Verflechtung von Kunst zu Kapital und Kommerz.

Kommerz bedeutet übrigens nichts anderes Geschäftsleben bzw. Handel [lat.: cum = mit (einander), merx = Ware].

Kunst und Marketing.

Trotz allem hat es die Kunstbranche geschafft, sich weitgehend frei von wirtschaftlichen Zwängen und Einflüssen zu präsentieren. Eine sehr erstaunliche (Marketing-) Leistung.

Dieser Erfolg ist – wie eben beschrieben – dem wohl wichtigsten Medium der bildenden Kunst zu verdanken: dem Museum.

Museen lassen die Massen partizipieren, demokratisieren den Kunstgenuss.

Leider kann man immer weniger von Masse sprechen, denn laut repräsentativer Umfragen interessiert sich nur einer von zehn Bundesbürgern aktiv für museale Kunst.

Das kann aber auch daran liegen, dass sich viele Menschen die oft recht teuren Eintrittspreise nicht (mehr) leisten können (oder wollen), was wiederum daran liegen könnte, dass sich vor allem öffentliche Mäzene kaum noch gute Kunst leisten können?

Andererseits erfreuen sich Kunstdrucke von Vanmeer über Klimt, Matisse und Warhol bis Haring, um nur einige zu nennen, großer Beliebtheit? Kunstinteresse – und damit ein Markt – ist da, dem Mainstream fehlt jedoch das Geld (und das Verständnis?) für Originale. Das heißt auch, für größere Investitionen, deshalb sind die meisten Deutschen für „Original-Kunst“ nicht marktrelevant.

Daraus kann man schließen, dass Kunst funktioniert wie technische Innovationen.  Airbag, ABS, ESP & Co. konnten sich anfänglich auch nur finanzkräftige Käufer von Oberklasse Limousinen leisten. Hatten sich die Entwicklungskosten amortisiert gingen diese Features in die Mittel- und Kleinwagenklasse.

Aus diesem Grund fokussieren Kunstschaffende und deren Marketingabteilung „Galerie“ ihr Tun auf eine hochspezialisierte, meinungsbildende und finanzkräftige Zielgruppe, auf Feuilletonisten, Kuratoren und/oder Sammler.

Kunst als ökonomisches Labor.

Wie dem auch sei, gerade weil es die Kunst geschafft hat sich vordergründig vom Ökonomischen zu befreien, kann keine Gesellschaft auf Kunst verzichten.

Vom wirtschaftlichen Zweck befreit konnten sich Künstler selbst gestellten Themen und Aufgaben widmen.

Künstler beschäftigten sich mit sozialen, physiologischen, psychologischen, philosophischen und/oder anthroposophischen Phänomenen und Fragen der Zeit, mit denen sich rationale Wissenschaften schwer tun.

Künstler/innen (zumindest die Besten) liefern Antworten, visualisieren Missstände, kreieren neue Ideen, Wünsche, Bedürfnisse, geben den Dingen Sinn oder Unsinn und damit Perspektive in einer Welt, die zunehmend sinn- und orientierungsloser erscheint.

So gesehen ist Kunst Grundlagenforschung.

Besonders für Designer, aber auch für Wirtschaftswissenschaftler.–

Apropos Design!

Während Kunst immer freier wurde, unterwarf sich „Design“ mehr und mehr rationalen Zwängen.

Aus dem Künstlermilieu heraus wurde 1919 in der Dichter- und Denkerstadt Weimar die Institution Bauhaus initiiert, eine Reaktion auf die massiven gesellschaftlichen Umbrüche der sog. Gründerzeit und des ersten Weltkrieges.

Die Idee „Bauhaus“ war die Vereinigung von Kunst, Handwerk, Technik und Gesellschaft.

Als Verbindungselemente dieser Kräfte dienten anfangs „der Bau“ an und für sich und typische allgemein verständliche Grundformen und -farben.

Stand in den frühen Jahren noch das „Wesen der Dinge“ (Walter Gropius) im Vordergrund rückte später „der Volksbedarf“ (Hannes Meyer) in den Fokus des Schaffens.

Volksbedarf statt Luxusbedarf.

Die massenhafte Industrieproduktion sollte der Lebensqualität der proletarischen Massen dienen. Systematische Bedarfsanalysen, ähnlich den Marktforschungsstudien heutiger Tage, sollten Standardprodukte schaffen, die sich dank der industriellen Fertigung viele leisten konnten. Diese Produkte sollten dann anonym im Alltag der Bevölkerung breite Anwendung finden.

Die Diktatur der Funktion.

Damals waren vorrangig rationale Bedürfnisse zu befriedigen, denn von einer allgemeinen Wohlstandsgesellschaft, in der man sich auch emotionale Bedürfnisbefriedigung leisten kann, waren die meisten Menschen noch weit entfernt. Die Funktion wurde wahr und gut. Die schöne Form musste folgen.

Leider taten das die wenigsten Menschen, denn der Hang zu Schlichtheit und Gebrauchswert waren – seit dem Biedermeier – typisch für das Erwerbs- und Industriebürgertum.

Die Zielgruppe des Bauhauses war jedoch breiter. Der größte Teil der Bevölkerung hatte zu wenig und wollte lieber mehr. Auch ästhetisch.

Viele, vor allem Menschen aus dem Arbeitermilieu, für die gedacht und gemacht wurde, konnten die damals entstanden Werke nicht nachvollziehen und empfanden sie  als kalt und unmenschlich. Warum?

Gebrauchswert ist nichts wert.

Eine Welt, die sich nur am Gebrauchswert orientiert, ist nicht nur langweilig, sondern auch trübsinnig und grau. Menschen, die in Ostdeutschland vor 1989 geboren wurden, wissen was gemeint ist, aber auch diejenigen, die heute in westdeutschen Stadtteilen, wie zum Beispiel Köln Chorweiler oder Hamburg Steilshoop, wohnen müssen. –

Die Luxusmarke „Bauhaus“.

Stellt sich die Frage, warum Bauhaus Produkte (... nein, nicht die aus dem Baumarkt!) heute immer noch beliebt und vor allem wertvoll sind?

Heute werden original Bauhaus Produkte „Objekte“ genannt, sind „der Kunst“ näher als „dem Design“ (!?) und repräsentieren einen distinguierten Lifestyle bzw. die Möglichkeit auf eine scheinbar bescheidene Art und Weise Finanzkraft, Status und individuellen Geschmack darzustellen.

Das ist das Gegenteil von dem was die Bauhaus Protagonisten eigentlich wollten!?

IKEA ist heute der Idee „Bauhaus“ näher als das Bauhaus selbst es jemals war.

Mehr noch IKEA hat geschafft, was dem Bauhaus nicht gelungen ist, nämlich gutes Design zu demokratisieren (… jaja, jetzt kommt der Vorwurf IKEA klaut doch gute Designideen, aber selbst wenn das stimmen würde, hätte dieses Vorgehen nicht auch etwas von Robin Hood?). –

Der Mensch braucht anscheinend nicht nur rationalen, ästhetisierten Zweck, er braucht auch emotionalen Sinn, die er durch die vom IKEA Gründer Ingvar Kamprad geschaffene Marke offensichtlich bekommt!?

Darf man – angesichts dieser (kulturellen) Leistung – Herrn Kamprad deshalb vorwerfen das er „gutes Geschäft“ macht bzw. „kommerziell“ ist?

Auf der anderen Seite machen auch  Neo Rauch oder Gerhard Richter oder Damien Hirst oder viele andere Kunstschaffende auch mit Ihren Werken sehr gute Geschäfte!? Machen sie deshalb schlechtere Kunst? –

Auch Konsum ist Kultur.

Wohlstand macht Kunst erst möglich. Genauso macht Wohlstand auch Wahlfreiheit und damit Konsum erst möglich.

Kunst ist, als eine Art kreative Grundlagenforschung, für eine Gesellschaft essenziell. Konsum als Treibstoff für den Wohlstand ist es auch. Und beides ist Kultur.

Kultur ist nichts anderes als alles was der Mensch selbst erschafft. Das ist  heute – in sehr vielen Ländern –  viel mehr  als er braucht.

Das gilt auch für den Kunstmarkt. Das Angebot ist größer als die Nachfrage, deshalb ist es naiv, so zu tun, als ob Kunst nichts mit Kommerz zu tun hat.

Das gilt vor allem für die Ausbildung junger Menschen, die mit künstlerisch, kreativen Leistungen in Zukunft ihr Leben finanzieren wollen.

Diese Denke führt unweigerlich zu Hartz 4 oder aber in anderen Abhängigkeiten, von denen sich Damien Hirst erst vor kurzem emanzipierte. Mit einem Atelierverkauf und 140 Millionen Euro Umsatz. –

Fazit:

Die Zeit ist reif den Begriff „Kommerzialisierung“ davon zu befreien, dass wirtschaftlichen Interessen immer auch ideelle Werte zum Opfer fallen müssen.

Das ist die Denke des vergangenen Jahrhunderts. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Auch wenn der Mensch gefühlt einen anderen Eindruck hat, aber früher war alles schlechter.

Das heißt nicht, dass alles nicht noch besser werden kann, aber die Dinge verändern sich erst dann, wenn man sich von alten Denkmustern befreit. -

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Was ist Kunst?

Diese Frage möchte ich abschließend von jemandem beantworten lassen, der es wissen muss: Frank Vincent Zappa (1940-1993), der Satiriker und Dadaist unter den erfolgreichen Rockmusikern. Und weit vom Vorwurf entfernt kommerzielle Musik (Kunst) zu machen.

Zappa kokettierte Zeit seines Lebens damit kommerziell zu sein, er produzierte jedoch nicht nach gängigen Markt-Regeln. Ganz im Gegenteil: Er machte anspruchsvolle Musik, die schwer, wenn nicht gar unmöglich einzuordnen war. Er tat darüber hinaus immer das Gegenteil von dem, was man von ihm erwartete und fand trotzdem eine sehr große Fangemeinde (Zielgruppe).

Zappa handelte jedoch immer nach den gängigen Business-Regeln, das heißt, er war äußerst geschäftstüchtig. Zum Beispiel kontrollierte er die gesamte Wertschöpfungskette seiner musikalischen Kunstproduktion (Komposition, Produktion, Vertrieb, Konzert) und beherrschte Marketing wie nur wenige Musiker in der Branche.

Hier ist seine Antwort auf die Frage: „Was ist Kunst?“

„Art is making something out of nothing and selling it.“

Dem ist ergänzend nur noch hinzuzufügen: Zappa beweist, wie Hirst und alle anderen erfolgreichen Kunstschaffenden auch, dass Kunst und Kommerz sich nicht ausschließen.

Wer künstlerisch arbeitet, gleichzeitig aber auch  kommerziell handelt, muss ideelle Werte nicht aufgeben, ganz im Gegenteil!

So gesehen rücken Kunst und Design, vorausgesetzt sie sind gut gedacht und gemacht, heute wieder eng zusammen.

In der Konsequenz wird auch Marketing immer künstlerischer, aber das ist eine andere Geschichte…

Bis die Tage!

© Richard Jung '09

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