Cialis online Vicodin online Cialis online
payday loans

Artikel-Schlagworte: „Evolution“

Hubris kills!*

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Oder: Warum die Welt den Studiengang
„Master of Arts in Designprojects“ braucht.

Neu vs. klassisch vs. digital vs. analog vs. Design vs. Werbung vs. Kunst vs. Marketing vs. Distribution vs. Forschung vs. Anwendung vs. Theorie vs. Praxis vs. Tradition vs. Innovation  …

Heute scheint jede/s/r gegen und besser, als alles andere zu sein. Dabei geht es viel zu oft weniger um die Sache, sondern mehr um oben oder unten, also darum, wer „das Sagen“ hat, denn wer sagen darf, wo es lang geht, bekommt ein „größeres Stück vom Kuchen“ – zu lange prägt Hierarchie unser Denken und Handeln:

In natürlichen, biologischen, physikalischen, chemischen Systemen lässt sich beobachten, wie unabhängig von einem übergeordneten Organisator Ordnung entsteht (von Gott einmal abgesehen).

Das passiert immer dann, wenn das Produkt und die Organisation identisch sind, das heißt, wenn es keine Trennung zwischen Erzeuger und Erzeugnis gibt, wenn „das Sein“ und „das Tun“ untrennbar miteinander verbunden sind.

Das nennt der Kommunikationsdesigner Corporate-Identity – in der Natur ist das, was damit gemeint ist praktisch, und unendlich vielfältig zu beobachten.

Oh Tannenbaum.

Bald ist Weihnachten, nehmen wir deshalb als Beispiel die komplexe Organisation „Tanne“ und deren Produkt „Tanne“. Der Baum existiert nur aus einem einzigen Grund, weitere Tannen zu erzeugen. Jede Einheit, das heißt, jede Ansammlung von Zellen, welche Wurzeln, Nadeln, Zapfen etc., bilden, kennt genetisch programmiert nur dieses eine Ziel.

Die Programmierung dieser Zellen ist recht flexibel und reagiert während der Produktentwicklung auf äußere Einflüsse, die ihre Existenz in der bestehenden Form bedrohen. Dabei können kleine Veränderungen im Programmcode große Auswirkungen auf das Endprodukt „Tanne“ haben.

Beispielsweise schmecken plötzlich die Nadeln der zu groß gewordenen Reh-Population nicht mehr oder der Baum braucht weniger Wasser für sein Wachstum, weil das Klima sich verändert hat. Die meisten kennen dieses Phänomen als „Evolution“.

Das Prinzip dahinter nennt man „Selbstorganisation“, das ist weniger bekannt, aber uralt und vor allem für komplexe Organisationen unter dynamischen Bedingungen, bewährt. –

Wir sind fremd organisiert.

Über 100 Jahre Industriegesellschaft und mechanistisch konzipierte Systeme haben dafür gesorgt, dass Menschen sich nicht mehr selbst organisieren – sich nicht mehr selbst organisieren können.

Wir alle sind hierarchisch geprägt und damit fremd organisiert, das bedeutet, mehr oder weniger instrumentalisiert, institutionalisiert, genormt bzw. als Produktions- und/oder Wirtschaftsfaktor klassifiziert, analytisch berechenbar und innerhalb strategisch geplanter Prozessketten exakt zu steuern. Probleme und Konflikte werden von höheren Stellen gelöst, weil man davon ausgeht, dass dort auch die Kompetenz dafür vorhanden ist. –

Diese Kompetenz ist aber nur noch sehr selten vorhanden, denn die Dinge werden bis ins Detail immer komplexer und damit immer weniger generalistisch zu steuern, analytisch zu erfassen, rational zu bewerten, strategisch zu planen und hierarchisch umzusetzen.

Dieses Problem ist nicht theoretisch, sondern real, wie Dr. Peter Figge – seit diesem Jahr verantwortlich für die Kommunikationsagentur Jung von Matt – in der neusten Ausgabe des Manager Magazins (12/2010) beschreibt: „Was wir lernen müssen ist, dass in einer Welt der immer kleinteiligeren Lösungen immer mehr Leute zwangsläufig zusammenarbeiten müssen: Mehr Spezialisten bedeutet mehr Schnittstellen, bedeutet aufwendigere Prozesse und bedeutet der Wille zur Kooperation. Und dieser Prozess muss weiter vorangetrieben werden“.

Die Frage ist: wie?

1. Zurück zur Natur.

Die meisten bestehenden Managementmodelle und/oder Organisationstheorien zielen darauf ab, mithilfe autoritärer Strukturen ein System stabil zu halten. Veränderungen sollen verhindert werden, denn vor allem für ökonomische Strukturen gilt: Effizienz und Veränderung schließen sich prinzipiell aus – man stelle sich vor: Evolution ohne Veränderung!? -

Das bedeutet: das natürlichste Prinzip der Welt, die „Selbstorganisation“ und damit das produktive Miteinander muss (wieder) gelernt und anwendbar gemacht werden.

In der Konsequenz wird der Handlungsspielraum jedes einzelnen Menschen/Partners möglichst groß gestaltet und dessen Möglichkeiten verbessert Beobachtungen, Informationen, Erfahrungen, Auffassungen, Ideen etc. mit anderen zu teilen, auszutauschen, zu vertreten, auszuarbeiten und umzusetzen.

2. Ordnung muss sein.

Selbstverständlich wäre es naiv anzunehmen, es lassen sich alle hierarchisch ordnenden Strukturen beseitigen. Aber sie lassen sich auf ein Minimum reduzieren. Und zwar durch Antworten auf folgende Fragen:

# Was will ich bis wann erreichen?

# Warum will ich dieses Ziel erreichen?

# Welche Fähigkeiten/Methoden brauche ich um mein Ziel zu erreichen?

# Wer ist in der Lage seine Fähigkeiten sein Know-how und seine Ziele mit meinen zu koordinieren?

# Wie kann ich diese Person dafür motivieren/begeistern?

# Wie können Faktoren, welche die Zielerreichung verhindern, auf unterschiedliche Personen/Einheiten verteilt werden, die freiwillig miteinander kommunizieren und kooperieren, sodass ein Problem erkannt und eine Lösung gemeinsam entwickelt wird?

Das Resultat ist ein „Projekt“, das ist die dezentrale Konzentration von unterschiedlichen Fähigkeiten auf ein Ziel, welche selbst organisiert und mit einem Minimum an Steuerung zur Zielerreichung führt.

Ist das Ziel erreicht, ist entweder das Projekt abgeschlossen oder „die Latte“ wird höher gelegt. –

3. Der Mensch ist das Maß.

Menschen, nicht Maschinen sind die Quelle für Innovationen, für Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen, deshalb können nicht rationale Faktoren, wie Effektivität und Effizienz allein im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen.

Das wissen Designer schon lange und dieses Wissen wird in allen Bereichen des Lebens zunehmend wichtiger, denn wir leben in einer Zeit großer Veränderungen, Verunsicherungen und Herausforderungen.

Eine sehr gute Zeit für eine neue Generation von Designern, die in der Lage sind neue Formen/Methoden der Zusammenarbeit, der Ideenfindung und damit Innovationen zu entwickeln und umzusetzen, die das Leben eines Menschen einfacher, leichter, angenehmer, schöner und/oder nachhaltiger machen.

Wenn Sie zu dieser Generation gehören wollen, ist der designkrefeld „Master of Arts in designprojects“ genau die richtige Ausbildung für Sie.

Mehr Informationen finden Sie hier: http://www.hs-niederrhein.de/fb02/studium/

*Übrigens, das Wort „Hubris” oder auf deutsch-griechisch „Hybris”, beschreibt Überheblichkeit, Arroganz, Realitätsverlust, die Überschätzung der eigenen Kompetenzen bzw. die Unterschätzung der Fähigkeiten anderer und das ist alles andere als kooperativ. –

Hubris kills“ ist ein Zitat des Designer Syd Mead, der für die us-amerikanische Filmbranche in Filmen wie z.B. Blade Runner, Tron oder Star Trek „Zukunft“ entworfen hat. Es stammt aus einem Interview mit Syd Mead zum Thema Zukunft, Vorstellungskraft und Kreativität. Anschauen lohnt sich …

A

2019: A Future Imagined from Flat-12 on Vimeo.